Arashi (arashi_opera) wrote,
Arashi
arashi_opera

  • Mood:

I HATE psychoanalytics!

Решила всё-таки прочесть буклет Зальцбургского фестиваля-2006 про "Милосердие Тита". Немецкого я не знаю, но Babelfish на что? Тем более, с немецкого на английский перевод довольно точный, это вам не японский. Открываю, значит, буклет - напоминаю, он вроде как про оперу. Первое, что попадается на глаза, в центре страницы, жирными буквами:

Jeder von uns ist umgeben von einer inzestuösen Konstellation sexueller Rollenbilder, die uns von der Kindheit bis ins Grab begleiten und die festlegen, wen und wie wir lieben oder hassen. Jede Begegnung, ob freundschaftlich oder feindselig, jede Auflehnung gegen Autoritäten, jede Unterwerfung trägt die unausrottbaren Spuren unseres Familienromans. Jeder erotische Reiz, jede Form der Berührung, jeder Orgasmus ist geprägt durch das Schattenbild der Psyche.
- Camille Paglia

(Примерный перевод: "С детства и до самой смерти всех нас окружают инцестуальные картины сексуальных ролевых моделей, которые определяют, кого и почему мы будем любить и ненавидеть. Каждая встреча, враждебная или дружеская, каждое восстание против авторитетов - всё это несёт в себе неизгладимый след нашего семейного сценария. Любое эротическое влечение, любая форма контакта, любой оргазм формируется теневой стороной нашего сознания.")

"А-а-а! Ненавижу психоаналитиков! - возопила я. - А как же любовь?! И вообще, что это за психоанализ я читаю, я же про оперу хотела?"

"Будет тебе и про оперу", ехидно пообещал мне здравый смысл. Действительно. На предыдущих страницах было про оперу. Много и сложно, поэтому вавилонская рыбка выдавала весьма приблизительный перевод, но и того, что я поняла, мне хватило, чтобы начать рвать на себе волосы. Под катом - много германских букфф.

"Sesto, oder: Der Traum vom unerreichbaren Objekt

Wenn wir dieser weiblichen Ausprägung des Ödipuskonflikts den des Sesto gegenüberstellen, zeigen sich sehr schnell eklatante Unterschiede. Sesto hängt an Vitellia mit einer Inbrunst, die kaum zu überbieten ist. Daran ändert auch nichts, dass Vitellia von ihm verlangt, Tito zu opfern, obwohl er sein Freund ist. Sesto ist für sie offenbar nur interessant, solange er bereit ist, Vollstrecker ihres Hasses zu sein. Trotzdem ist er nicht in der Lage, sich von ihr zu trennen. Als sie ihm einmal droht wegzugehen, reagiert er mit Flehen: “Ach Vitellia, ach meine Göttin, geh nicht fort! Wohin gehst du? Verzeih mir, ich glaube dir, ich irrte mich… […] Wie es dir gefällt, so befiehl es: Lenke meine Gefühle, du bist mein Schicksal; alles werd’ ich für dich tun.”

Mit Hilfe dieser Textsequenzen fällt es leicht, in Sesto einen Jungen zu sehen, der seiner Mutter (Vitellia) in abgöttischer Liebe zugeneigt ist und von daher alles tut, um sie zufriedenzustellen. Die Rolle des Sesto wird – Zufall? – von einem Sopran gesungen, zu dem man auch einen Jungen noch vor dem Stimmbruch assoziieren kann. Und auch hier gibt es von der Mutter ein Versprechen, das lautet: “Töte mir den Vater (Tito), dann erhältst du meine Hand.” Der Todeswunsch, den der Junge in der ödipalen Situation normalerweise auf den Vater richtet, um die Mutter ganz für sich zu haben, ist hier also auf die Mutter verschoben, sodas der Junge sich jederzeit sagen kann: “Sie wollte es ja, nicht ich!” In unserer Trauminterpretation ist Sesto aber trotzdem schuldig. Denn wenn er in Tito seinen Vater sieht, dann muss dieser Vater sterben, bevor er an seiner Stelle die Hand der Mutter (Vitellias) erhalten kann. Trotzdem halt Sesto dieser ödipalen Mutterfigur Treue bis in den Tod. Als er nach dem Scheitern der Verschwörung Tito gegenüber steht, der ihn nach dem Grund seines Verbrechens fragt, verweigert er die Antwort und nimmt eher die Verräterrolle auf sich, als seinerseits Vitellia des Verrats anzuklagen. Die Rettung ihrer Ehre ist ihm wichtiger als sein Tod. Nur eines darf in dieser ödipalen Szenerie nicht geschehen: Dass er – wie versprochen – die Hand der Vitellia erhält, denn dies ware Mutter-Inzest. Den Schlingen der ödipalen Schuld kann aber auch Sesto nicht entkommen."

Tito, oder: Der Traum von der Männerfreundschaft

Eine nochmals ganz andere Konstellation des Ödipuskonflikts sehen wir, wenn wir ihn aus der Perspektive des Tito betrachten. Tito hatte, bevor er – historich betrachtet – 79 n. Chr. römischer Kaiser wurde, über lange Zeit eine um 11 Jahre ältere Geliebte, Berenice, von der er sich zu Beginn der Handlung auf Drängen der römischen Senats verabschiedet hatte, um eine Tochter Roms zu heiraten. Von Annio hören wir, dass es ein “großer Abschied” war, das heißt für beide auch mit großer Trauer verbunden. In unserem Traumstück gilt dieser “große Abschied” einer geliebten Frau, die allein schon auf Grund ihres Altersunterschieds für Tito die begehrte Mutter der Kindheit verkörperte. Danach sehen wir Tito ganz der Freundschaft unter Männern zugewandt: “Wenn schon die Liebe mir keine Fesseln anlagen durfte, will ich, dass wenigstens die Freundschaft mich bindet. Mit deinem Blut, Sesto, soll sich kaiserliches Blut vereinen. Heute soll deine Schwester (Servilia) meine Braut werden.” Wirklich begehrt wird mit diesem Entschluss aber nicht Servilia als Frau. Der Wunsch nach Vereinigung gilt eindeutig Sesto; seine Schwester ist dabei nur Mittel zum Zweck. Es ist eine homosexuelle Traumphantasie, mit der Tito auf die Trennung von Berenice reagiert. Nach außen gilt das Begehren weiter der Frau; insgeheim aber wird es von ihr abgezogen und auf ein männliches Gegenüber gerichtet. Das von den männlichen Protagonisten der Oper angepriesene Ideal der Männerfreundschaft kann als ein sublimierter Ausdruck dieser homosexuellen Beziehungsphantasie verstanden werden.

Die Büchse der Pandora

Durch das unerwartete Attentat auf Tito wird dieser homosexuelle Traum zunächts massiv gestört. Publius bringt die Nachricht von der Verschwörung und fragt nach dem Urheber des Verrats. Dass Sesto als dieser Verräter entlarvt wird, will Tito zunächst nicht glauben und hofft, Sesto werde ihm im Gespräch das Geheimnis enthüllen, das ihn zu dieser Tat getrieben hat. Sesto enthüllt dieses Geheimnis nicht, sondern bezeichnet sich selbst wider besseres Wissen als “des Aufruhrs ersten Urheber”. Tito verurteilt ihn daraufhin zum Tode; zu seiner großen Enttäuschung hat die Männerfreundschaft nich gehalten, was er sich von ihr versprach. Erst im allerletzten Augenblick überwindet Vitellia ihre Scham und gesteht Tito, dass sie die “Urheberin der ruchlosen Verschwörung” sei. Im Traum wird damit die Frau als Ursache des Verrats identifiziert, ähnlich wie dies bereits in der Bibel bei der Schilderung des Sündenfalles geschah. Das Geheimnis ist gelüftet, die Frau als Störerin der Männerfreundschaft entlarvt, die homosexualle Phantasie noch einmal gerettet.

Бррр. Автор - тётенька-профессор Франкфуртского университета, а напечатано сие, как я уже говорила, в буклете Зальцбургского фестиваля-2006, который продавался перед спектаклем. Ну откуда такое стремление "поверить алгеброй гармонию", впихнуть невпихуемое в прекраснейшую, глубоко эмоциональную и трогательную историю?
Tags: clemenza
Subscribe

  • (no subject)

    На пятое прохождение индеец Зоркий Глаз заметил в настройках Horizon: Zero Dawn сглаживание TAA и, самое главное, ручную настройку резкости…

  • «Майерлинг»

    Народ, вы ничего не знаете о балете, если не видели балет Кеннета МакМиллана «Майерлинг». Даже если до этого вы были на сотне «Лебединых» и…

  • Записки моддера МЭ

    Тем, кто хочет моддить Масс Эффект, нужно запастись двумя вещами: а) терпением; б) временем. Потому что процесс это долгий, сопряжённый с рисками, и…

  • Post a new comment

    Error

    Anonymous comments are disabled in this journal

    default userpic

    Your reply will be screened

    Your IP address will be recorded 

  • 4 comments